Crater Lake

Crater Lake

Heute stand nur der Crater Lake NP auf dem Programm. Da wir diesen aber nur als Zwischenstopp anschauen wollten und  nicht bis in den Abend dort bleiben konnten, machten wir uns früh auf den Weg. Etwas wehmütig verließen wir Bend, dass uns schon ans Herz gewachsen war.

Wizard Island in Fog - Crater Lake NP

Die Fahrt zum Crater Lake NP war nicht allzu spektakulär, ging es doch die meiste Zeit geradeaus durch den Wald. Am Nationalpark angekommen war plötzlich relativ viel los, außerdem gab es im ganzen Park Baustellen, die ein zügiges Vorankommen erstmal nicht möglich machten. Nachdem wir knapp 30 Minuten warten mussten, bevor wir wieder losfahren durften, kamen wir endlich am Visitor Center an. Der Blick in den Krater war sehr ernüchternd. Durch die Waldbrände in der Umgebung hatte sich eine ordentliche Menge Rauch im Krater gesammelt. Es roch nicht nur verbrannt, sondern die Sicht war auch extrem eingeschränkt.

Mt Scott - Crater Lake NP

Wir überlegten, was wir nun am besten machen sollten und entschlossen uns, auf den Mt Scott zu wandern. Es handelt sich dabei um die höchste Erhebung im Park und ist im Grunde ein Teil eines anderen Kraterrandes. Die Temperatur war inzwischen auf knapp zwei Grad Celsius gefallen, was auch nicht gerade half.

Mt Scott Trail - Crater Lake NP

Aber egal, wir machten das beste daraus und starteten den Hike. Mit uns liefen noch zwei andere Wanderer los, sonst war aber nicht wirklich viel los hier. Stetig arbeitete sich der Weg nach oben und bot zumindest nette Ausblicke. Auch Schnee konnten wir hier noch finden.

Fire Lookout - Mt Scott

Als wir fast oben waren öffnete sich der Blick und die letzten Meter legten wir auf dem Kamm zurück. Hier wehte ein ordentlicher Wind und es war noch mal frischer als am Anfang der Wanderung. Landschaftlich war aber es aber trotzdem schön und der Aufstieg hatte sich definitiv gelohnt.

Crater Lake View - Mt Scott

In der Ferne lag der Crater Lake und wir hatten einen super Ausblick. Leider aber eben alles immer noch etwas verraucht. Hier oben war aber zumindest die Luft gut.

Mt Scott - Panorama

Auf dem Rückweg wurden wir dann noch mit einem absoluten Traumblick belohnt. Insgesamt waren wir nicht ganz zwei Stunden unterwegs und auch bei guten Wetter würde ich diesen Hike weiterempfehlen.

Cloudcap Overlook - Crater Lake NP

Zum nächsten View Point brachte uns dann wieder unser Auto. Am Cloudcap Overlook waren wir schon bedeutend näher am Crater Lake dran. Hier war es wieder sehr windig, aber trotzdem lohnte es sich etwas umherzulaufen und den riesigen See zu betrachten. Der Crater Lake speist sich übrigens nicht aus einer Quelle, sondern nur aus Regenwasser, dass in den Krater fällt. Natürlich brauchte es ein paar tausend Jahre, bis der See so voll war wie jetzt.

Phantom Ship - Crater Lake NP

Auf dem See darf außer einem Schiff der Parkverwaltung niemand fahren, allerdings gibt es noch eine Gesteinsformation namens Phantom Ship. Hierbei handelt es sich um einen Steinhaufen im Krater, der vom Wasser noch nicht eingenommen wurde.

Crater Lake Wildlife

Wir besuchten nun noch das Visitor Center, um uns etwas aufzuwärmen. Wir konnten die Hoffnung aber noch nicht ganz aufgeben und versuchten unser Glück nochmal mit einem Blick auf den See. Zu unser Überraschung klarte es auf der fünf minütigen Fahrt komplett auf und wir bekamen doch noch einen super Ausblick geboten.

Sunny Wizard Island - Crater Lake NP

Jetzt gefiel es uns hier gleich bedeutend besser, die warmen Sonnenstrahlen taten ihr übriges dazu. Wir beobachteten ein paar Chipmunks und schauten in den Krater. Natürlich wollten wir auch ein Foto von uns machen, hierbei halfen uns zwei Deutsche Mädels.

Kathrin & Simon - Crater Lake NP

Nicht nur wir genossen den Ausblick auf den See, sondern auch die zahlreichen Chipmunks.

Chipmunk - Crater Lake NP

Uns freute es sehr, dass wir nochmal zum Crater Lake hochgefahren waren und mit dem super Wetter und Ausblick belohnt wurden. Ein letzter Blick und wir machten uns auf den Weg in Richtung Medford.

Discovery Point - Crater Lake

Die Fahrt dorthin war wenig spektakulär. In Medford angekommen waren wir dann gleich etwas überrascht, es hatte nämlich ca. 35 Grad und war richtig heiß. Zwar waren wir noch nicht in Kalifornien, aber deutlich niedriger. Uns störte das natürlich nicht. Abendessen gab es in einem eher ranzigen Olive Garden. Am nächsten Tag sollte es dann in Richtung Lassen NP gehen.

Bend & Newberry Volcanic Monument

Bend & Newberry Volcanic Monument

Unser Tag begann wieder relativ früh. Da wir keine Lust hatten uns selbst Frühstück zu machen, suchten wir uns über Tripadvisor und Yelp eine gute Breakfast Location. Es sollte das Victorian Cafe werden, das zum Glück nur fünf Minuten zu Fuß entfernt lag. Wer in Bend übernachtet sollte unbedingt hierher kommen, das Essen war nämlich fantastisch.

Lava Butte - Newberry Volcanic Monument

Unser nächstes Ziel war der Lava Butte im Newberry National Volcanic Monument. Der Vulkankegel liegt nur ein paar Minuten außerhalb von Bend und war natürlich schnell erreicht. Zunächst schauten wir uns kurz im Lava Lands Visitor Center um und machten uns dann auf den Weg zum Gipfel. Wir hätten auch mit dem Bus fahren können, wollten aber zum einen nichts dafür zahlen und zum anderen freuten wir uns auf die Bewegung.

Lava Lands - Newberry Volcanic Monument

Der Hike nach oben war nicht ganz so spektakulär, aber am Gipfel wurden wir dann für unsere Mühen entlohnt. Wir hatten einen super Ausblick über das riesige Lavafeld, das sich über die Wälder ergossen hatte. Die komplette Cascade Range besteht ja aus Vulkanen, aber in der Gegend um Bend wird es noch mal sehr deutlich.

Fire Lookout - Lava Butte

Auf dem Lava Butte gibt es auch noch einen Feuerturm, von dem aus nach Waldbränden Ausschau gehalten wird. Hier oben gefiel es uns recht gut und wir wanderten einmal um den Kegel herum. Der Abstieg fiel dann sehr leicht, denn wir durften gratis den Bus nach unten nehmen und sparten uns so ein paar Minuten.

Obsidian Rocks - Newberry Volcanic Moument

Als nächstes fuhren wir in das Gebiet um den Paulina Lake und erwanderten den Big Obsidian Flow. Das war wirklich sehr interessant, da der ganze Berg eigentlich ein Lava Strom ist. Das Besondere daran ist aber nicht unbedingt die riesige Lavazunge, sondern die Zusammensetzung der Steine. Man läuft nämlich zum Großteil über Obsidian, was im Grunde Lava ist, die zu Glas erstarrte. Sehr beeindruckend war es auf jeden Fall.

Kathrin & Simon - Newberry Volcanic Monument

Eine nette Familie machte noch ein Foto von uns, als wir am höchsten Punkt des Trails angekommen waren. Teilweise lagen Glasbrocken in der Größe eines Kleinwagens neben dem Weg.

Glass Rock - Neberry Volcanic Monument

An manchen Steinen hatte sich normales Gestein und Obsidian gemischt, was ebenfalls super aussah. Obsidiane gibt es nur an wenigen Stellen auf der Erde und sind deswegen natürlich etwas besonderes.

Little Crater - Newberry Volcanic Monument

Nicht weit vom Big Obsidian Flow entfernt liegt der Little Crater, auf den wir sogleich hoch wanderten. Die Wanderung war nur mittelmäßig spektakulär und ich bin mir nicht sicher, ob man sie unbedingt machen muss. Was allerdings schön war, waren die Ausblicke auf den Paulina Lake und den Big Obsidian Flow.

Big Obsidian Flow

Leider hatten wir soviel Gegenlicht, dass die Bilder nicht so wirklich schön aussahen. Was man allerdings gut erkennen kann, sind die Dimensionen. Der Trail ist nur rechts unten auszumachen, der Großteil des Lavastroms ist nicht begehbar.

Paulina Falls - Newberry Volcanic Monument

Zuletzt ging es noch zu den Paulina Falls, die ebenfalls sehr sehenswert sind. Wir wanderten auch etwas zur Basis der Fälle und genossen die Ausblicke und den Schatten. Das Newberry National Volcanic Monument können wir auf jeden Fall nur empfehlen. Nicht zu voll und sehr schöne Natur.

Old Mill District Bend

Nun wollten wir eine kleine Pause in Bend einlegen und fuhren direkt zum Old Mill District. Das war zunächst aber auf Grund der unsinnigen Straßenführung gar nicht so einfach. Irgendwann schafften wir es aber doch und konnten dann ein wenig umherbummeln. Früher waren hier große Sägewerke beheimatet, inzwischen ist es ein großer Vergnügungsbereich mit Hotels, Shops und Restaurants. Uns gefiel es ganz gut und wir nutzen die Zeit für eine Kaffeepause. Im REI stöberte ich etwas, konnte aber nicht das richtige finden.

Tumalo Falls

Zum Abschluss des Tages ging es nochmal raus aus Bend zu den Tumalo Falls. Hierher kommt man über eine kurze Dirt Road, die aber recht gut in Schuss ist. Die Tumalo Falls gefielen uns sehr gut und wir wanderten erst zum Aussichtspunkt und anschließend suchten wir uns einen Weg zum Fluss.

Tumalo Falls Hike

Von den Tumalo Falls gehen auch ein paar andere Trails ins Backcountry los, beim nächsten mal werden wir hier sicherlich länger bleiben und mehr entdecken.

Tumalo Falls Bend

Zurück in Bend überlegten wir uns, wo wir zu Abend essen wollten. In Bend gibt es unzählige Brauereien und deswegen ging es für uns heute in die Deschutes Brewery. Das Essen war besser als gedacht und das Bier laut Kathrin recht lecker. Müde vom langen Tag ging es zurück zum Airbnb, was uns für zwei Tage eine tolle Unterkunft bot.

Mount Hood & Smith Rock

Mount Hood & Smith Rock

Beim Aufstehen begrüßte uns grauer Himmel. Nach dem Frühstück checkten wir aus und fuhren erstmal zu Walmart, um unsere Vorräte aufzufüllen. Anschließend überquerten wir mal wieder den Columbia River und tankten in Oregon noch schnell auf. Unser erstes Ziel war Mt Hood, vorher kamen wir aber noch in Boring, Oregon vorbei. War gar nicht so langweilig.

Timberline Lodge - Mt Hood

Am Mt Hood angekommen war das Wetter zunächst nicht wirklich besser, wir fuhren aber trotzdem mal in Richtung Gipfel zur Timberline Lodge. Oben wurde es dann schlagartig schöner und wir konnten uns etwas umsehen. Die Timberline Lodge ist ein altes, riesiges Blockhaus und man kann dort natürlich auch übernachten. Falls es euch bekannt vorkommt, dann liegt es daran, dass es als Kulisse für den Film Shining diente.

Mt Hood

Wir liefen etwas um die Lodge herum und hatten schöne Ausblicke auf den Mt Hood. Es ist der einzige Berg der Cascade Range, auf dem man das ganze Jahr Ski fahren kann. Er ist deswegen ein beliebtes Trainingsgebiet für die Wintersportler des US Olympiateams.

Mirror Lake - Mt Hood

Wir fuhren wieder zum Highway und parkten dort nach kurzer Strecke unser Auto. Unser Ziel war der Mirror Lake, an dem sich, wie der Name schon sagt, Mt Hood im Wasser spiegelt. Nach einer kleinen Wanderung durch den Wald kamen wir am See an. Leider waren wir nicht allein, aber so ergaben sich auch ganz nette Gespräche.

Smith Rock SP

Vom Mirror Lake aus fuhren wir durch das Warm Springs Indian Reservat, in dem mehrere Stämme beheimatet sind. Landschaftlich war das schwer zu beschreiben, aber extrem schön. Leider konnte ich keine Fotos machen.
Nach einiger zeit kamen wir am Smith Rock State Park an. Unterwegs hatte es immer wieder mal geregnet, nun zog es aber komplett auf und war richtig warm.

Misery Ridge Trail - Mesa Verde

Am Smith Rock SP beschlossen wir den vier Meilen langen Misery Ridge Trail zu laufen, wofür wir am Ende knapp zweieinhalb Stunden brauchten. Zunächst ging es steil bergab, um dann wieder sehr steil nach oben zu gehen.

Smith Rock SP Canyon

Es boten sich tolle Ausblicke auf den Crooked River und den dazugehörigen Canyon. Mit uns waren auch noch ein paar Spaziergänger und Wanderer unterwegs.

Hiking - Smith Rock SP

Nach kurzer zeit kamen wir am höchsten Punkt an und machten erst mal kurz Rast. Wir genossen den Ausblick und gingen dann weiter in Richtung Monkey Face Formation.

Monkey Face - Smith Rock SP

Das Monkey Face heißt so, weil es aussieht wie das Gesicht eines Affen. Abgesehen davon ist diese Ecke des Parks auch sehr beliebt bei Kletterern. Der Smith Rock SP gilt als Geburtsort des Sportkletterns in den USA.

Smith Rock SP Trail

Nach und nach stiegen wir wieder zum Fluss ab und genossen die wirklich schönen Ausblicke. Inzwischen trafen wir nur noch ab und zu andere Leute und die Sonne senkte sich gemächlich und sorgte für tolles Licht.

Monkey Face View - Smith Rock SP

Der Blick zurück zeigte nochmal das Monkey Face. Am Rand raschelte es ab und zu, wir hielten dann mal nach Schlangen und anderem Getier Ausschau. Bevor wir eine Schlange entdecken konnten, wurden wir aber erst mal von einem Reh erschreckt.

Crooked River - Smith Rock SP

Entlang des Crooked River ging es zurück in Richtung Parkplatz. Unterwegs trafen wir dann tatsächlich noch eine kleine Schlange, sowie badende Jugendlich im Fluss. Neben uns türmten sich immer höhere Felswände auf und so war es nicht verwunderlich, dass wir bald Kletterer entdecken konnten.

Climbers - Smith Rock SP

Zurück am Auto machten wir uns auf den Weg nach Bend. Unser Airbnb war schnell gefunden und stellte sich als exzellente Wahl heraus. Zum Abendessen gingen wir zu Spork, einem Fusion Restaurant. Wir stellten recht schnell fest, dass die Hipster, die wir in Portland vermisst hatten, wohl alle in Bend wohnen.

Portland

Portland

Die zweite Nacht im Hampton Inn war weniger schön als die erste, unser Zimmernachbar schnarchte nämlich so laut, dass er durch die Wand zu hören war. Egal, wir hatten heute wieder einiges geplant und starteten nach dem Frühstück in Richtung Portland. An einer Ampel verlor der Pick Up vor uns die Hälfte seiner geladenen Werkzeuge und wir überfuhren gleich mal den Hammer – dass dies bei unserem 8. USA Urlaub das erste Mal vorgekommen ist, ist bei der Ladungssicherung vieler Amerikaner ein echtes Wunder.

Unser erstes Ziel war aber nicht Portland sondern das Outlet in Woodburn. Hier konnten wir uns dann komplett austoben und von der fehlenden Mehrwertsteuer in Oregon profitieren.

Portland - Pioneer Square - Signs

Weiter ging es zurück nach Portland, wo wir mitten in der Stadt parkten. Unser erstes Ziel war der Pioneer Square und die dortige Tourist Info. Wir informierten uns ein wenig, was man denn so ansehen könnte, und machten uns auf den Weg in Richtung Voodoo Doughnuts.

Portland - Outdoor Store

Portland ist ja dafür bekannt, die Hipster Hochburg schlechthin zu sein, wir hatten allerdings nicht allzu viele Hipster gesehen. Einige authentische Ecken gibt es aber natürlich trotzdem.

Portland - Voodoo Doughnuts

Als wir bei Voodoo Doughnuts ankamen, war dort schon eine ordentliche Schlange zu sehen. Wir stellten uns natürlich trotzdem an und warteten geduldig.

Portland - Voodoo Doughnuts Ceiling

Irgendwann kamen wir dann im Inneren an und konnten schon mal überlegen, was wir eigentlich bestellen wollten. Wir entschieden uns für einen Doughnut mit Maple Sirup und Bacon sowie einen riesigen Apple Fritter.

Mit den Doughnuts in der Hand machten wir uns auf den Weg und suchten einen schönen Platz, um diese zu essen. Das war dann gar nicht so leicht, weil der Donut Laden leider komplett von Straßenmissionen und Sozialdiensten umgeben ist. Uns stört sowas zwar grundsätzlich überhaupt nicht, aber die Anzahl an Obdachlosen und Drogensüchtigen war dann doch recht hoch.

Portland - White Stag Sign

Wir beschlossen erstmal ein Foto vom White Stag Sign zu machen, das inzwischen Portland Oregon als Schriftzug trägt und irgendwie zum Wahrzeichen Portlands geworden ist. Vom Schild aus hat man auch einen schönen Blick auf den Columbia River und die vielen Brücken der Stadt.

Portland - N Steel Bridge

Der Park wäre ideal zum Verweilen gewesen, nur der Weg von der Brücke dorthin war dann nicht ganz klar. Wir entschieden uns, wieder zurück nach Downtown zu laufen. An einem Platz vor einem Bürogebäude machten wir dann Pause und nahmen uns die Doughnuts vor. War wirklich lecker!

Portland - Powells Books

Wir machten uns bald wieder auf den Weg und kamen nach kurzer Strecke bei Powell’s Books an. Es handelt sich dabei um einen der erfolgreichsten Independent Bookstores in den USA und einen Besuch kann ich nur empfehlen. Man findet hier Bücher zu allen Themen, die man sich vorstellen kann. Dazu gibt es viele Empfehlungen von Mitarbeitern und eine tolle Atmosphäre. Wir stöberten etwas herum, kauften aber aus Platzgründen im Koffer nichts.

Portland - Fire Truck

Durch die Stadt ging es dann wieder zurück zum Pioneer Square, wo wir uns noch etwas umschauten und auch ein paar Geschäfte besuchten.

Portland - Pioneer Courthouse

Unser Auto parkte ganz in der Nähe und wir recherchierten noch per Smartphone, was wir eigentlich Abendessen wollten. Dabei fiel uns auf, wie rot plötzlich alle Straßen waren. Da die Innenstadt quasi eine Insel ist und man über Brücken fahren muss, um aus der Stadt zu kommen, war natürlich im Berufsverkehr alles verstopft.

Downtown Portland

Um nicht ewig im Stau zu stehen, entschlossen wir uns dazu, nochmal einen Abstecher in den Rose Test Garden zu machen. Ziemlich steil ging es dann ans andere Ende der Innenstadt. Am Rose Test Garden parkten wir unser Auto und schlenderten etwas umher.

Rose Test Garden - Portland

Im Park werden hunderte Sorten verschiedener Rosen ausgestellt und irgendwas blüht natürlich immer. Es war hier wirklich schön und angenehm ruhig. Zahlreiche Helfer sind unentwegt unterwegs, um die verblühten Rosen abzuschneiden und für eine tolle Erscheinung zu sorgen.

Portland - Rose Test Garden

Der Blick auf Google Maps versprach freiere Straßen und somit machten wir uns auf den Weg zum Hotel. Wir kamen dort ohne große Verzögerungen an und suchten uns dann ein Restaurant zum Abendessen. Unsere Wahl fiel auf einen Vietnamesen, bei dem wir Pho aßen und uns dann auf den nächsten Tag freuten.

Columbia River Gorge

Columbia River Gorge

Noch immer spürten wir den Jetlag ein wenig, das war uns aber ganz recht, denn somit waren wir früh wach. Nach einem kurzen Frühstück im Hotel machten wir uns auf den Weg und überquerten den Columbia River nach Oregon. Es war Sonntag und das hatte den Vorteil, dass vom Berufsverkehr nichts zu spüren war. Ein Nachteil sollte sich aber bald bemerkbar machen.
Gegen neun Uhr kamen wir am Crown Point Vista House an und genossen die Aussicht. Hier war noch nicht wirklich viel los und über dem Fluss lag vereinzelt noch Nebel.

Multnomah Falls

Unser nächstes Ziel waren die Multnomah Falls, wo wir uns auf eine Wanderung begeben wollten. Unser Auto mussten wir schon am hinteren Ende des Parkplatzes abstellen, weil es richtig voll war. Die Wasserfälle sind die prominenteste Sehenswürdigkeit der Columbia River Gorge und insgesamt 189 Meter hoch. Der obere Wasserfall misst 168 Meter, der kürze untere Wasserfall 21 Meter. Steht man vor den Fällen, ist der Anblick auf jeden Fall beeindruckend.

Multnomah Falls Crowds

Eine Brücke führt über den unteren Wasserfall und war unser erstes Ziel. Hier war es dann gar nicht mehr schön, sondern einfach nur wahnsinnig voll. Wir waren gespannt, wie es auf der Wanderung weitergehen würde. Die Wanderung selbst führte uns nun noch ganz nach oben an die Kante der großen Fälle. Hier war zwar erwartungsgemäß weniger los als unten, aber voll war es trotzdem. Der Weg nach oben war ebenfalls nicht ganz einfach, aber wir hatten ja bereits in den Bergen geübt.

Multnomah Falls Top

Oben bot sich dann ein schöner Ausblick ins Tal und uns wurde klar, dass es hier noch deutlich voller werden könnte. Im Tal verläuft die Interstate und zwischen den beiden Spuren befindet sich ein weiterer, großer Parkplatz, der sich bereits füllte.
Der nächste Teil unserer Wanderung war dann aber deutlich ruhiger, denn wir starteten auf den Waakhena Falls Loop.

Bäume

Zunächst ging es durch einen Wald, in dem die Bäume auch schon einen gewissen Moosbewuchs hatten. Es wurde zunehmend ruhiger und wir trafen deutlich weniger andere Wanderer.

Columbia River - Fairy Falls Loop

Der Wald wurde schließlich dichter und glich immer mehr einem Dschungel. Es ging immer entlang an einem kleinen Fluss, der die Multnomah Falls speist. Aber auch hier gab es kleinere Wasserfälle, wie zum Beispiel die Ecola Falls.

Columbia River - Ecola Falls

Bis jetzt waren wir eigentlich immer bergauf gelaufen, das änderte sich aber bald und wir liefen eine ganze Weile auf einer Hochebene im Wald entlang. Hier oben trafen wir ab und zu noch Wanderer und unterhielten uns auch kurz mit ein paar Einheimischen.

Columbia River - Fairy Falls

Nach einiger Zeit ging es dann wieder nach unten und an neuen Wasserfällen vorbei. Besonders schön waren die Fairy Falls. Leider lagen sie so sehr in der Sonne, dass nichtmal der Graufilter wirklich helfen konnte. Uns gefiel der Hike wirklich sehr gut und wir genossen die Natur.

Columbia River - Wahkeena Falls

Weiter unten im Tal passierten wir dann die Wahkeena Falls, die 73 Meter hoch sind. Ebenfalls sehr eindrucksvoll und eigentlich sogar schöner als die Multnomah Falls. Zurück auf dem Weg zum Auto traf uns dann fast der Schlag, Stau und Verkehrschaos erwarteten uns. Was wir vorhin schon als überfüllt empfunden hatten, wurde nun deutlich übertroffen. Gut, dass wir den Hike als erstes angegangen waren.

Bonneville Dam

Unser nächstes Ziel war der Bonneville Dam, der sich einmal quer über den Columbia River spannt und Strom für die Region erzeugt. Den Damm kann man besichtigen, man muss allerdings sein Auto kurz checken lassen, denn geparkt wird direkt auf dem Staudamm. Nachdem wir herausgefunden hatten, wie man den Kofferraum öffnet ohne auszusteigen, stand dem Besuch nichts mehr entgegen.

Bonneville Dam - Fish Ladder

Wir schauten uns das Visitor Center an, dass auch viele Infos zu Lewis und Clark bot, die hier entlanggefahren waren. Ebenfalls lässt sich aus dem Visitor Center ein Blick auf die Fischtreppe werfen. Durch den Columbia River schwimmen tausende Lachse zum Laichen landeinwärts und der Damm muss natürlich irgendwie überwunden werden. Das Eindrucksvollste an der Fischleiter sind aber die Glasscheiben, durch die man die Lachse beobachten kann.

Bonneville Dam – Fish Ladder

Wir schauten den Fischen eine ganze Weile zu, machten uns dann aber auf den weiteren Weg durch die Columbia River Gorge. Unser nächster Stopp war der Mitchell Point.

Mitchell Point

Ich hatte zwar mal überlegt nach oben zu wandern, auf Grund der Uhrzeit und unserer weiteren Ziele verwarf ich diese Idee aber erstmal wieder. Wir genossen stattdessen etwas die Aussicht auf den Columbia River und machten uns dann auf den Weg nach Hood River.

Columbia River from Mitchell Point

Hood River war ein schöner kleiner Ort, der leider etwas ausgestorben war. Am Fluss sammelten sich zahlreiche Kitesurfer und im Ort gab es zumindest ein paar kleinere Geschäfte. Wir zückten das Smartphone und suchten uns die nächste Eisdiele heraus. Das Eis schmeckte hervorragend und wir genossen unsere kleine Pause.

Hood River

Eigentlich hatten wir überlegt in Hood River zu schlafen, aber um beim Wetter flexibler zu sein hatten wir bei der Planung lieber einen langen Stopp in Portland eingeplant. Wir fuhren deswegen nun wieder am Fluss entlang zurück. Kurz vor der Bridge of the Gods stand unser erster Tankstopp in Oregon an. Aufgrund irgendeines Gesetzes wird das Auto in Oregon von einem Tankwart betankt und man muss den Wagen überhaupt nicht verlassen. Wir fanden es großartig!

Bridge of the Gods

Die Bridge of the Gods war sehr eindrucksvoll und wir freuten uns schon auf die baldige Überfahrt mit dem Auto. Hier trafen wir übrigens auch zum ersten mal auf Throughhiker des Pacific Crest Trails, der den Columbia River an dieser Brücke überquert. Die Brücke ist auch aus der Verfilmung von Cheryl Strayed’s Buch „Wild“ bekannt, weil sie hier ihren Hike beendete.

Pacific Crest Trail

Wir zahlten die kleine Brückenmaut von zwei Dollar und fuhren zurück in den Bundesstaat Washington. Von hier ging es weiter nach Westen bis zum Beacon Rock. Dort kauften wir den Washington Forest Pass und machten uns auf den Weg zur Spitze.

Beacon Rock Climb

Um den Beacon Rock zu besteigen müssen zahlreiche Leitern, Treppen und Brücken bezwungen werden, die am Fels montiert sind. Es sieht allerdings alles schlimmer und wilder aus, als es dann am Ende ist. Spaß macht es aber natürlich trotzdem.

Beacon Rock Looking Down

Von oben kann man dann nochmal den schönen Ausblick auf den Columbia River genießen und sich an der Natur erfreuen. Der Tag neigte sich langsam dem Ende entgegen und wir waren inzwischen schon recht platt und vor allem hungrig.

Columbia River Gorge

Zurück in Vancouver waren wir zunächst etwas ratlos, wo wir essen gehen wollten. Unsere Wahl fiel dann auf eine Kette, bei der wir noch nie waren – The Old Spaghetti Factory. Warum hatten wir dieses Restaurant nicht früher entdeckt? Es ist zwar keine große Küche aber wir bekamen sehr viel Pasta und zum Schluss sogar ein Eis. Uns schmeckte es gut und wir aßen alles restlos auf. Am nächsten Tag stand dann Outlet Shopping und Portland auf dem Programm.

Mount St Helens

Mount St Helens

Trotz des ereignisreichen Vortages waren wir heute wieder früh wach und machten uns noch vor der offiziellen Frühstückszeit auf den Weg zum Kaffee. Leider hatten nicht nur wir diese Idee, sondern auch eine Gruppe älterer Herren, die ihre Sportwagen zur Ausfahrt freilassen wollten. Der Frühstücksraum war komplett überfüllt und wir beeilten uns, damit wir schnell in die Natur kamen. Unser Dodge Journey stand schon bereit (auch wenn das Foto etwas später entstand).

Nach kurzer Zeit waren wir dann wieder unterwegs und fuhren in Richtung Mount St Helens. Das Wetter war ganz anständig und wir freuten uns schon auf den Besuch des Vulkans. Nachdem wir nochmal getankt hatten, wurde das Wetter dann leider deutlich schlechter. Je näher wir dem Mt St Helens kamen, desto dunkler wurde es und irgendwann fing es dann auch an zu regnen. Wir fanden uns schon damit ab, dass wir den Krater nicht zu Gesicht bekommen würden – aber kurz vor dem National Monument klarte der Himmel auf und keine Wolke war mehr zu sehen.

Mt St Helens Panorama

Am ersten vernünftigen Aussichtspunkt machten wir einen Stopp und waren komplett vom Ausblick begeistert. Unser Ziel war das Johnston Ridge Observatory, von dem man einen noch besseren Blick auf den Vulkan haben sollte. Über eine kurvenreiche Strecke kamen wir schließlich dort an und stellten erfreut fest, dass noch nicht allzu viel los war.

Mt St Helens

Was soll man sagen? Der Blick vom Johnston Ridge Observatory toppte nochmal alles. Im Visitor Center zeigten wir unseren Nationalparkpass vor und bekamen ein Papierband zum Nachweis ums Handgelenk. Bereits im Vorfeld hatte ich mir überlegt, die Wanderung zu Harry’s Ridge zu machen, allerdings war diese mit ca. 14 Kilometern auch nicht gerade kurz und wir fürchteten, dass der Regen vom Morgen uns einholen würde. Wir beschlossen darum, einfach loszulaufen und dann spontan zu entscheiden, wie weit es gehen sollte.

Mt St Helens Harrys Ridge Trail

Zu Beginn geht es erstmal relativ flach am Rim entlang. Der Trail heißt hier auch noch Boundary Trail und geht irgendwann in den Harry’s Ridge Trail über. Der Blick zum Mount St Helens ändert sich hier nur langsam, trotzdem schauten wir natürlich kaum woanders hin.

Johnston Ridge Visitor Center

Das Johnston Ridge Observatory war nun auch aus einer anderen Perspektive zu erkennen und ist gut in die Landschaft eingebetet. Nach einiger Zeit kamen wir auf unserem Trail dann an eine Stelle, die Menschen mit Höhenangst zumindest ein mulmiges Gefühl bescheren wird. Am Devil’s Elbow muss ein Grat überwunden werden, wobei man auf den Krater zuläuft.

Mt St Helens Boundary Trail

Einige Stellen waren zwar etwas kniffliger, aber insgesamt war der Weg kein Problem. Am Ende des Grats kommt man dann an einen View Point, von dem zum ersten mal der Blick auf den Spirit Lake freigegeben wird.

Spirit Lake - Mt Adams

Als 1982 der Mount St Helens ausbrach, löste dies eine riesige Druckwelle aus, die tausende Bäume entwurzelte. Viele davon schwimmen noch heute im Spirit Lake. Auch am Wegesrand sind die Zeichen der Eruption auch nach knapp 35 Jahren noch sichtbar.

Mount St Helens - Flowers

Nach einer kurzen Pause beschlossen wir, den Weg bis zum Ende zu laufen. Inzwischen war es zwar relativ windig geworden, aber in der Sonne konnte man es gut aushalten. Als der Weg den Grat wieder verließ, ging es auch geschützter weiter. Vom Mt St Helens war dann erstmal nichts mehr zu sehen, dafür konnten wir aber schöne Bergblumen bewundern.

Mt St Helens Harrys Ridge Trail

Nach einiger Zeit kamen wir dann am letzten Anstieg zu Harry’s Ridge an. Auch hier überlegten wir, ob wir aufgrund des Windes wirklich weiter gehen sollten, aber der zu erwartende Ausblick überzeugte uns dann doch. Inzwischen war es ziemlich kühl und die ersten anderen Wanderer in kurzen Hosen bereuten die Wahl ihrer Kleidung bereits.

Mt St Helens Crater

Oben angekommen konnten wir nicht nur einen weiteren eindrucksvollen Blick auf den Mount St Helens werfen, der inzwischen schon eine Krone aus Wolken hatte, sondern hatten auch einen super Ausblick auf den Spirit Lake mit Mt Adams im Hintergrund.

Spirit Lake

Die Anzahl der Bäume, die im See lagen, wurde uns hier nochmal eindrucksvoll klar. Der Aufstieg und die Wanderung hatten sich auf jeden Fall sehr gelohnt. Der Wind wurde allerdings auch jetzt nicht schwächer und nach kurzer Rast beschlossen wir, uns auf den Rückweg zu machen. Die Wolken am Krater wurden auch immer mehr und wer konnte wissen, wie sich das Wetter entwickeln würde.

Harrys Ridge Hike

Auch ohne Blick auf den Mount St Helens war die Landschaft wirklich fantastisch.
Auf dem Rückweg zog es wie befürchtet dann auch immer mehr zu und der Krater war langsam kaum mehr zu erkennen.

Mount St Helens in Wolken

Nach knapp 14 Kilometern und ca. vier Stunden kamen wir wieder am Visitor Center an. Hier war es nun deutlich voller als zuvor und wir waren eine der wenigen richtigen Wanderer. Trotzdem schauten wir uns noch den Film an, der uns allerdings nicht so wirklich mitreißen konnte.

Auf der Weiterfahrt regnete es kurz, aber vor Portland schien bereits wieder die Sonne und es war auch gleich deutlich wärmer. Wir bezogen unser Zimmer im Hampton Inn in Vancouver, welches auf der Washington-Seite des Columbia Rivers liegt, und steuerten den nächsten Applebee’s für unser Abendessen an.
Am nächsten Tag wollten wir uns bei bestem Wetter die Columbia River Gorge vornehmen.