Noch immer spürten wir den Jetlag ein wenig, das war uns aber ganz recht, denn somit waren wir früh wach. Nach einem kurzen Frühstück im Hotel machten wir uns auf den Weg und überquerten den Columbia River nach Oregon. Es war Sonntag und das hatte den Vorteil, dass vom Berufsverkehr nichts zu spüren war. Ein Nachteil sollte sich aber bald bemerkbar machen.
Gegen neun Uhr kamen wir am Crown Point Vista House an und genossen die Aussicht. Hier war noch nicht wirklich viel los und über dem Fluss lag vereinzelt noch Nebel.

Multnomah Falls

Unser nächstes Ziel waren die Multnomah Falls, wo wir uns auf eine Wanderung begeben wollten. Unser Auto mussten wir schon am hinteren Ende des Parkplatzes abstellen, weil es richtig voll war. Die Wasserfälle sind die prominenteste Sehenswürdigkeit der Columbia River Gorge und insgesamt 189 Meter hoch. Der obere Wasserfall misst 168 Meter, der kürze untere Wasserfall 21 Meter. Steht man vor den Fällen, ist der Anblick auf jeden Fall beeindruckend.

Multnomah Falls Crowds

Eine Brücke führt über den unteren Wasserfall und war unser erstes Ziel. Hier war es dann gar nicht mehr schön, sondern einfach nur wahnsinnig voll. Wir waren gespannt, wie es auf der Wanderung weitergehen würde. Die Wanderung selbst führte uns nun noch ganz nach oben an die Kante der großen Fälle. Hier war zwar erwartungsgemäß weniger los als unten, aber voll war es trotzdem. Der Weg nach oben war ebenfalls nicht ganz einfach, aber wir hatten ja bereits in den Bergen geübt.

Multnomah Falls Top

Oben bot sich dann ein schöner Ausblick ins Tal und uns wurde klar, dass es hier noch deutlich voller werden könnte. Im Tal verläuft die Interstate und zwischen den beiden Spuren befindet sich ein weiterer, großer Parkplatz, der sich bereits füllte.
Der nächste Teil unserer Wanderung war dann aber deutlich ruhiger, denn wir starteten auf den Waakhena Falls Loop.

Bäume

Zunächst ging es durch einen Wald, in dem die Bäume auch schon einen gewissen Moosbewuchs hatten. Es wurde zunehmend ruhiger und wir trafen deutlich weniger andere Wanderer.

Columbia River - Fairy Falls Loop

Der Wald wurde schließlich dichter und glich immer mehr einem Dschungel. Es ging immer entlang an einem kleinen Fluss, der die Multnomah Falls speist. Aber auch hier gab es kleinere Wasserfälle, wie zum Beispiel die Ecola Falls.

Columbia River - Ecola Falls

Bis jetzt waren wir eigentlich immer bergauf gelaufen, das änderte sich aber bald und wir liefen eine ganze Weile auf einer Hochebene im Wald entlang. Hier oben trafen wir ab und zu noch Wanderer und unterhielten uns auch kurz mit ein paar Einheimischen.

Columbia River - Fairy Falls

Nach einiger Zeit ging es dann wieder nach unten und an neuen Wasserfällen vorbei. Besonders schön waren die Fairy Falls. Leider lagen sie so sehr in der Sonne, dass nichtmal der Graufilter wirklich helfen konnte. Uns gefiel der Hike wirklich sehr gut und wir genossen die Natur.

Columbia River - Wahkeena Falls

Weiter unten im Tal passierten wir dann die Wahkeena Falls, die 73 Meter hoch sind. Ebenfalls sehr eindrucksvoll und eigentlich sogar schöner als die Multnomah Falls. Zurück auf dem Weg zum Auto traf uns dann fast der Schlag, Stau und Verkehrschaos erwarteten uns. Was wir vorhin schon als überfüllt empfunden hatten, wurde nun deutlich übertroffen. Gut, dass wir den Hike als erstes angegangen waren.

Bonneville Dam

Unser nächstes Ziel war der Bonneville Dam, der sich einmal quer über den Columbia River spannt und Strom für die Region erzeugt. Den Damm kann man besichtigen, man muss allerdings sein Auto kurz checken lassen, denn geparkt wird direkt auf dem Staudamm. Nachdem wir herausgefunden hatten, wie man den Kofferraum öffnet ohne auszusteigen, stand dem Besuch nichts mehr entgegen.

Bonneville Dam - Fish Ladder

Wir schauten uns das Visitor Center an, dass auch viele Infos zu Lewis und Clark bot, die hier entlanggefahren waren. Ebenfalls lässt sich aus dem Visitor Center ein Blick auf die Fischtreppe werfen. Durch den Columbia River schwimmen tausende Lachse zum Laichen landeinwärts und der Damm muss natürlich irgendwie überwunden werden. Das Eindrucksvollste an der Fischleiter sind aber die Glasscheiben, durch die man die Lachse beobachten kann.

Wir schauten den Fischen eine ganze Weile zu, machten uns dann aber auf den weiteren Weg durch die Columbia River Gorge. Unser nächster Stopp war der Mitchell Point.

Mitchell Point

Ich hatte zwar mal überlegt nach oben zu wandern, auf Grund der Uhrzeit und unserer weiteren Ziele verwarf ich diese Idee aber erstmal wieder. Wir genossen stattdessen etwas die Aussicht auf den Columbia River und machten uns dann auf den Weg nach Hood River.

Columbia River from Mitchell Point

Hood River war ein schöner kleiner Ort, der leider etwas ausgestorben war. Am Fluss sammelten sich zahlreiche Kitesurfer und im Ort gab es zumindest ein paar kleinere Geschäfte. Wir zückten das Smartphone und suchten uns die nächste Eisdiele heraus. Das Eis schmeckte hervorragend und wir genossen unsere kleine Pause.

Hood River

Eigentlich hatten wir überlegt in Hood River zu schlafen, aber um beim Wetter flexibler zu sein hatten wir bei der Planung lieber einen langen Stopp in Portland eingeplant. Wir fuhren deswegen nun wieder am Fluss entlang zurück. Kurz vor der Bridge of the Gods stand unser erster Tankstopp in Oregon an. Aufgrund irgendeines Gesetzes wird das Auto in Oregon von einem Tankwart betankt und man muss den Wagen überhaupt nicht verlassen. Wir fanden es großartig!

Bridge of the Gods

Die Bridge of the Gods war sehr eindrucksvoll und wir freuten uns schon auf die baldige Überfahrt mit dem Auto. Hier trafen wir übrigens auch zum ersten mal auf Throughhiker des Pacific Crest Trails, der den Columbia River an dieser Brücke überquert. Die Brücke ist auch aus der Verfilmung von Cheryl Strayed’s Buch „Wild“ bekannt, weil sie hier ihren Hike beendete.

Pacific Crest Trail

Wir zahlten die kleine Brückenmaut von zwei Dollar und fuhren zurück in den Bundesstaat Washington. Von hier ging es weiter nach Westen bis zum Beacon Rock. Dort kauften wir den Washington Forest Pass und machten uns auf den Weg zur Spitze.

Beacon Rock Climb

Um den Beacon Rock zu besteigen müssen zahlreiche Leitern, Treppen und Brücken bezwungen werden, die am Fels montiert sind. Es sieht allerdings alles schlimmer und wilder aus, als es dann am Ende ist. Spaß macht es aber natürlich trotzdem.

Beacon Rock Looking Down

Von oben kann man dann nochmal den schönen Ausblick auf den Columbia River genießen und sich an der Natur erfreuen. Der Tag neigte sich langsam dem Ende entgegen und wir waren inzwischen schon recht platt und vor allem hungrig.

Columbia River Gorge

Zurück in Vancouver waren wir zunächst etwas ratlos, wo wir essen gehen wollten. Unsere Wahl fiel dann auf eine Kette, bei der wir noch nie waren – The Old Spaghetti Factory. Warum hatten wir dieses Restaurant nicht früher entdeckt? Es ist zwar keine große Küche aber wir bekamen sehr viel Pasta und zum Schluss sogar ein Eis. Uns schmeckte es gut und wir aßen alles restlos auf. Am nächsten Tag stand dann Outlet Shopping und Portland auf dem Programm.