Trotz des ereignisreichen Vortages waren wir heute wieder früh wach und machten uns noch vor der offiziellen Frühstückszeit auf den Weg zum Kaffee. Leider hatten nicht nur wir diese Idee, sondern auch eine Gruppe älterer Herren, die ihre Sportwagen zur Ausfahrt freilassen wollten. Der Frühstücksraum war komplett überfüllt und wir beeilten uns, damit wir schnell in die Natur kamen. Unser Dodge Journey stand schon bereit (auch wenn das Foto etwas später entstand).

Nach kurzer Zeit waren wir dann wieder unterwegs und fuhren in Richtung Mount St Helens. Das Wetter war ganz anständig und wir freuten uns schon auf den Besuch des Vulkans. Nachdem wir nochmal getankt hatten, wurde das Wetter dann leider deutlich schlechter. Je näher wir dem Mt St Helens kamen, desto dunkler wurde es und irgendwann fing es dann auch an zu regnen. Wir fanden uns schon damit ab, dass wir den Krater nicht zu Gesicht bekommen würden – aber kurz vor dem National Monument klarte der Himmel auf und keine Wolke war mehr zu sehen.

Mt St Helens Panorama

Am ersten vernünftigen Aussichtspunkt machten wir einen Stopp und waren komplett vom Ausblick begeistert. Unser Ziel war das Johnston Ridge Observatory, von dem man einen noch besseren Blick auf den Vulkan haben sollte. Über eine kurvenreiche Strecke kamen wir schließlich dort an und stellten erfreut fest, dass noch nicht allzu viel los war.

Mt St Helens

Was soll man sagen? Der Blick vom Johnston Ridge Observatory toppte nochmal alles. Im Visitor Center zeigten wir unseren Nationalparkpass vor und bekamen ein Papierband zum Nachweis ums Handgelenk. Bereits im Vorfeld hatte ich mir überlegt, die Wanderung zu Harry’s Ridge zu machen, allerdings war diese mit ca. 14 Kilometern auch nicht gerade kurz und wir fürchteten, dass der Regen vom Morgen uns einholen würde. Wir beschlossen darum, einfach loszulaufen und dann spontan zu entscheiden, wie weit es gehen sollte.

Mt St Helens Harrys Ridge Trail

Zu Beginn geht es erstmal relativ flach am Rim entlang. Der Trail heißt hier auch noch Boundary Trail und geht irgendwann in den Harry’s Ridge Trail über. Der Blick zum Mount St Helens ändert sich hier nur langsam, trotzdem schauten wir natürlich kaum woanders hin.

Johnston Ridge Visitor Center

Das Johnston Ridge Observatory war nun auch aus einer anderen Perspektive zu erkennen und ist gut in die Landschaft eingebetet. Nach einiger Zeit kamen wir auf unserem Trail dann an eine Stelle, die Menschen mit Höhenangst zumindest ein mulmiges Gefühl bescheren wird. Am Devil’s Elbow muss ein Grat überwunden werden, wobei man auf den Krater zuläuft.

Mt St Helens Boundary Trail

Einige Stellen waren zwar etwas kniffliger, aber insgesamt war der Weg kein Problem. Am Ende des Grats kommt man dann an einen View Point, von dem zum ersten mal der Blick auf den Spirit Lake freigegeben wird.

Spirit Lake - Mt Adams

Als 1982 der Mount St Helens ausbrach, löste dies eine riesige Druckwelle aus, die tausende Bäume entwurzelte. Viele davon schwimmen noch heute im Spirit Lake. Auch am Wegesrand sind die Zeichen der Eruption auch nach knapp 35 Jahren noch sichtbar.

Mount St Helens - Flowers

Nach einer kurzen Pause beschlossen wir, den Weg bis zum Ende zu laufen. Inzwischen war es zwar relativ windig geworden, aber in der Sonne konnte man es gut aushalten. Als der Weg den Grat wieder verließ, ging es auch geschützter weiter. Vom Mt St Helens war dann erstmal nichts mehr zu sehen, dafür konnten wir aber schöne Bergblumen bewundern.

Mt St Helens Harrys Ridge Trail

Nach einiger Zeit kamen wir dann am letzten Anstieg zu Harry’s Ridge an. Auch hier überlegten wir, ob wir aufgrund des Windes wirklich weiter gehen sollten, aber der zu erwartende Ausblick überzeugte uns dann doch. Inzwischen war es ziemlich kühl und die ersten anderen Wanderer in kurzen Hosen bereuten die Wahl ihrer Kleidung bereits.

Mt St Helens Crater

Oben angekommen konnten wir nicht nur einen weiteren eindrucksvollen Blick auf den Mount St Helens werfen, der inzwischen schon eine Krone aus Wolken hatte, sondern hatten auch einen super Ausblick auf den Spirit Lake mit Mt Adams im Hintergrund.

Spirit Lake

Die Anzahl der Bäume, die im See lagen, wurde uns hier nochmal eindrucksvoll klar. Der Aufstieg und die Wanderung hatten sich auf jeden Fall sehr gelohnt. Der Wind wurde allerdings auch jetzt nicht schwächer und nach kurzer Rast beschlossen wir, uns auf den Rückweg zu machen. Die Wolken am Krater wurden auch immer mehr und wer konnte wissen, wie sich das Wetter entwickeln würde.

Harrys Ridge Hike

Auch ohne Blick auf den Mount St Helens war die Landschaft wirklich fantastisch.
Auf dem Rückweg zog es wie befürchtet dann auch immer mehr zu und der Krater war langsam kaum mehr zu erkennen.

Mount St Helens in Wolken

Nach knapp 14 Kilometern und ca. vier Stunden kamen wir wieder am Visitor Center an. Hier war es nun deutlich voller als zuvor und wir waren eine der wenigen richtigen Wanderer. Trotzdem schauten wir uns noch den Film an, der uns allerdings nicht so wirklich mitreißen konnte.

Auf der Weiterfahrt regnete es kurz, aber vor Portland schien bereits wieder die Sonne und es war auch gleich deutlich wärmer. Wir bezogen unser Zimmer im Hampton Inn in Vancouver, welches auf der Washington-Seite des Columbia Rivers liegt, und steuerten den nächsten Applebee’s für unser Abendessen an.
Am nächsten Tag wollten wir uns bei bestem Wetter die Columbia River Gorge vornehmen.