Unsere erste Nacht in Seattle war – wie üblich – keine lange. Um 1:10 Uhr wachten wir zum ersten mal auf und waren darüber ziemlich schockiert, das war ja fast ein neuer Rekord. Uns gelang es dann doch noch etwas zu schlafen, aber um 5:30 Uhr war dann endgültig Schluss und wir machten uns fertig für den Tag.

Unser Frühstück gab es bei Geraldine’s Counter in Columbia City – einem der Top Breakfast Places in Seattle, der zufällig nur ein paar hundert Meter von unserem Airbnb entfernt lag. Das Frühstück selbst war großartig und wir können das Restaurant wirklich weiterempfehlen.

Mit der LINK (steht für Lightrail und ist eine Mischung aus Ubahn und Straßenbahn) ging es dann in 15 Minuten von Columbia City nach Downtown Seattle. Unser erstes Ziel war der Pike Place Market, wo es allerhand frische Waren zu kaufen gab.

Seattle Pike Place Market

Der Pike Place Market heißt eigentlich Public Market, weil hier Produzenten ohne Zwischenhändler ihre Waren verkaufen. Das Angebot lässt praktisch keine Wünsche offen: Käse, Fleisch, Blumen, usw. lassen sich hier problemlos besorgen. Am berühmtesten sind aber wohl die Fischhändler. Deren Markenzeichen ist das Werfen von Fisch unter lautem Rufen.

Auch sehr beeindruckend war die Auswahl an Krebsen, Hummer & Co. Wir schlenderten noch einige Zeit über den Markt und machten auf einer Parkbank nebenan kurz Pause.

Seattle Pike Place Market Crabs

Unser nächster kurzer Zwischenstopp war gegenüber des Pike Place Market. Hier steht nämlich der erste Starbucks, was natürlich eine Touristenattraktion darstellt.

Seattle First Starbucks Logo

Eigentlich hatten wir überlegt, uns hier einen Kaffee zu kaufen. Es war dann aber doch etwas zu voll. Das tolle an Seattle ist aber, dass man nie länger als zwei Blocks laufen muss, um zu einem Starbucks zu kommen. Die Dichte an Läden ist hier wirklich auffallend und wahnsinnig hoch.

Seattle First Starbucks Inside

Wir verzichteten also auf den Kaffee und machten uns auf den Weg zum Olympic Sculpture Park. Der Weg zum Park war nicht so wahnsinnig spektakulär, die meiste Zeit läuft man an der I-5 entlang. Der Park selbst war dann aber sehr schön. Das besondere am Park: Er ist auf die Autobahn gebaut und wertet damit das Stadtviertel deutlich auf.

Seattle Olympic Sculpture Park

Hier konnten wir auch gleich einen Blick auf unser nächstes Ziel erhaschen. Die Space Needle. Sie wurde in den 1960ern zur Weltausstellung gebaut und ist inzwischen das Wahrzeichen Seattles schlechthin.

Seattle Space Needle

Wir schauten uns die ganze Gegend an, schlenderten etwas umher und stöberten in ein paar Souvenirläden. Neben der Space Needle gibt es noch das EMP, ein Museum zur Geschichte des Rock, und den Chihuly Garden, einen Park mit Glasskulpturen. Auch wenn alle drei Attraktionen hier von 90% der Seattle Touristen besucht werden, schauten wir uns nichts davon an. Im Museum geht es vorrangig um Hendrix und Nirvana, beides nicht so unser Geschmack, Glasskulpturen sind auch nicht so unser Ding und die Space Needle ist einfach unverschämt teuer.
Unser nächstes Ziel war in Downtown und um dort hinzukommen wählten wir die Monorail. Die Monorail gehört quasi zur Space Needle dazu und ist ein Stück Geschichte in Seattle.

Seattle Monorail

Die Fahrt dauert nicht lang und eigentlich kann man die Strecke auch gut zu Fuß laufen. Da wir heute aber noch mehr Strecke vor uns hatten, beschlossen wir lieber zu fahren.

In Downtown angekommen schauten wir uns ein paar Läden an und machten uns dann auf den Weg zum Columbia Center. Es handelt sich um das höchste Gebäude der Stadt und es gibt dort eine Aussichtsplattform. Die Plattform ist nicht nur halb so teuer wie die Space Needle, sondern bietet auch noch einen Blick auf selbige. Um auf die Plattform zu kommen muss man drei verschiedene Aufzüge nehmen und so wirklich ausgeschildert ist auch nichts.

Seattle Columbia Center Observatory

Oben hat man dann einen tollen Blick auf die Stadt und das gesamte Umland. Wir können das Columbia Center wirklich empfehlen. Wenig Leute und ein super Überblick über den ganzen Großraum. In der Ferne konnten wir dann sogar Mt Rainier und die Olympic Mountains entdecken. Eine gute Sicht auf das Stadion der Seahawks gibt es ebenfalls.

Seattle Century Link Field

Von der Terrasse ging es für uns dann weiter in den 40. Stock. Hier gibt es nämlich – Überraschung – einen Starbucks mit Ausblick. Wir holten hier nun den Kaffee von heute Morgen nach und beobachteten dabei die Bauarbeiter am gegenüberliegenden Hochhaus.

Seattle Construction Seahawks

Nachdem wir den Kaffee getrunken und die Aussicht zu Ende genossen hatten, machten wir uns auf den Weg zum Pier 55, wo wir eine Hafenrundfahrt machen wollten. Seattle ist übrigens ziemlich hügelig, für uns ging es jetzt aber nur bergab in Richtung Puget Sound.

Seattle Pier 55

Bis zur nächsten Rundfahrt hatten wir noch etwas Zeit und deswegen vertrieben wir uns diese durch bummeln in den Läden. Natürlich alles nur für Touristen, aber manchmal ist das ja auch ganz nett. Beim Einsteigen fragten wir, welche Seite die bessere wäre. Rechts war die Antwort und deswegen nahmen wir dann zielstrebig rechts Platz. Eine gute Wahl, die Sicht war durchgehend super.

Seattle Great Wheel

Zunächst ging es am Great Wheel vorbei entlang der Waterfront. Hier hatten wir immer wieder tolle Ausblicke auf Downtown und unser Guide erzählte uns interessante Stories über Seattle. Nach einiger zeit kam dann auch die Space Needle wieder in den Blick.

Seattle Space Needle Skyline

Am Olympic Sculpture Park drehten wir dann langsam in Richtung Hafen ab und hatten ein paar nette Blicke auf die Olympic Mountains sowie auf die gesamte Seattle Skyline.

Seattle Skyline

Im Hafen drehten wir eine kleine Runde und konnten ein Containerschiff aus der Nähe beobachten. Wer schon mal im Hamburger Hafen unterwegs war, kann hier allerdings nichts neues entdecken. Interessant war dann noch das Schiff der US Coast Guard, das zur Terrorabwehr stationiert ist.

Seattle US Coast Guard

Nach der Bootsfahrt schlenderten wir in Richtung Pioneer Square. Hier finden sich noch Teile vom „alten“ Seattle. Wir fanden es dort ganz schön, es ist jetzt aber nicht das riesige Highlight. In der Gegend gibt es auch ein Museum zum Goldrausch, die sogenannte Klondike Unit des Nationalpark Services.
Wir schauten uns das kleine Museum natürlich an, außerdem kauften wir uns schon mal den Nationalparkpass, damit es am Mt Rainier schneller geht. Da der National Park Service gerade sein 100-jähriges Bestehen feierte, gab es auch kleine Cupcakes im Museum, da konnten wir natürlich nicht nein sagen.

Seattle Pioneer Square

Als nächstes machten wir einen kurzen Stopp im Waterfall Garden von UPS. Es handelt sich um einen Mini Park, in dem ein Wasserfall in einer Ecke ist. Leider gibt es kein Foto davon, der Park wurde nämlich genau geschlossen als ich anfing zu fotografieren und da wurde dann tatsächlich der Wasserfall ausgeschaltet.
Als nächstes fuhren wir mit der LINK zurück nach Downtown und gönnten uns ein frühes Abendessen in der Cheesecake Factory. Schmeckte und war mindestens genauso gut klimatisiert wie immer – zum Glück hatten wir noch Jacken dabei.
Nach dem Abendessen stand eigentlich nur noch ein Punkt auf unserer Liste: Der Kerry Park. Ich suchte uns die schnellste Verbindung mit dem Bus heraus und kurz darauf waren wir dann fast schon da.

Seattle Kerry Park

Vom Kerry Park aus hat man einen fantastischen Blick über die Stadt, natürlich waren wir deswegen nicht alleine dort. Der Ansturm war aber noch gut zu bewältigen. Wir genossen die Aussicht und machten viele Bilder. Auch unser nächstes Ziel, der Mt Rainier, zeigte sich bereits am Horizont.
Mit dem Bus und der Link ging es anschließend zurück nach Columbia City, wo wir müde ins Bett fielen und noch ein wenig das dritte Preseason Spiel der Seahawks im Fernsehen ansahen.