Der heutige Tag startete sehr nass. Seit dem gestrigen Abend hatte es durchgehend geregnet, die Straßen waren in einem entsprechendem Zustand und auf der Autobahn Richtung Santa Cruz herrschte Stillstand. Eigentlich war unser Plan in Richtung Süden und der Sonne zu flüchten. Nachdem wir aber für 500 Meter auf der Autobahn ca. zehn Minuten gebraucht hatten, fuhren wir bei der nächsten Ausfahrt runter und beschlossen, auf den Teide zu fahren. Unsere Hoffnung war, dass die Canadas über den Wolken liegen würden und wir dort in Ruhe wandern könnten. Nicht nur das schlechte Wetter und die Regenwolken waren hier verschwunden, sondern auch die Seilbahn auf den Gipfel war, seit unserer Ankunft das erste Mal, in Betrieb.

Gipfel des Teide

Aufgrund des schlechten Wetters waren wir in Puerto de la Cruz etwas später aufgebrochen und das rächte sich nun am Teide.

Seilbahn-Pico-del-Teide

Wir mussten ca. eine Stunde anstehen, um die Seilbahn besteigen zu dürfen.

Teleferico auf den Pico del Teide

Die Zeit lohnte sich allerdings, denn der Ausblick von oben war fantastisch.

Blick vom Teide auf die Roques Garcia

Hier oben war es deutlich kälter als in den Canadas oder gar an der Küste. Eiszapfen und stellenweise sogar etwas Schnee verdeutlichten dies.

Eiszapfen am Pico del Teide

Da die Bergstation der Teide-Seilbahn auf 3.555 Metern liegt, hatten wir jedoch sogar mit schlechteren Wetterbedingungen gerechnet und waren Kleidungstechnisch gut gewappnet. Im Gegensatz zu manch anderen, die mit Rock und Sandalen den höchsten Berg Spaniens besuchen wollten und sich wunderten, dass es auf über 3.000 Metern Höhe kalt und windig war.

Pico Viejo

Für die Besteigung des Pico del Teide, der nochmal ca.150 Meter über der Bergstation der Seilbahn liegt, benötigt man ein Permit. Da wir unseres ja für den 5. November beantragt hatten, an diesem Tag aber wegen des Wetters der Aufstieg nicht möglich war, machten wir nun ein Alternativprogramm. Wir gingen zunächst zum Mirador Fortalezza und anschließend zum Mirador Pico Viejo. Der Pico Viejo ist ein Nebenvulkan des Teide und mindestens genauso beeindruckend. Ein anspruchsvoller Wanderweg führt zum Krater des Pico. Wir hatten wahrscheinlich nicht genug Zeit um bis zum Krater zu kommen, da die letzte Seilbahn nach unten in ca. drei Stunden fahren sollte. Unser Glück probierten wir aber dennoch und wagten den steinigen Abstieg.

Wanderung zum Pico Viejo

Der Weg ging durch ein Meer von Geröll und war stellenweise sehr rutschig und steil. Manchmal war es schwer den Weg überhaupt auszumachen.

Wanderung zum Pico Viejo

Nach ca. einer Stunde Abstieg waren wir immer noch im Geröllfeld unterwegs und beschlossen, nicht mehr weiter zu gehen. Zum einen zogen Wolken auf, die das Ausmachen des Wanderweges erschweren würden und zum anderen hatten wir bereits einige Höhenmeter an Abstieg hinter uns, die wir nun ja wieder aufsteigen mussten. Der Blick auf den Krater war aber auch von unserem Rastplatz sehr schön.

Pico Viejo

Wieder oben am Mirador Pico Viejo angekommen, gönnten wir uns nochmal einen Blick auf den nun wolkenverhangenen Pico Viejo und kehrten langsam und erschöpft zur Seilbahn zurück.

Pico Viejo in Wolken

Auch der Blick auf die Canadas und den Rest der Insel konnte durch die Wolken nochmal einen ganz besonderen Eindruck hinterlassen.

Wolkenmeer unter dem Teide

Wir bestiegen die Seilbahn nach unten und kauften noch ein paar Souvenirs für die Daheimgebliebenen. Wir verstauten alles im Auto und ruhten uns kurz aus, bevor wir in Richtung Parador aufbrachen. Beim Losfahren hörten wir ein dumpfes Geräusch, dachten uns aber nichts dabei. Nachdem wir den Parkplatz verlassen und ca. 300 Meter weit gefahren waren hörten wir das Geräusch erneut, dieses Mal aber lauter. In diesem Moment schoss es mir durch den Kopf: Ich hatte meinen Geldbeutel auf dem Dach des Autos vergessen! Nach einer Vollbremsung und ca. 100 Meter Vollgas im Rückwärtsgang erreichten wir einen kleinen Parkplatz. Ich sprang aus dem Auto und fand, zu meiner Erleichterung, den Geldbeutel auf dem Dach des Autos! Glück gehabt!

Blick auf den Guajara vom Parador

Am Parador erkundeten wir noch kurz die Gegend am Fuß des Guajara und brachen dann auf in Richtung Hotel. Ein langer und anstrengender Tag fand sein Ende mit einem letzten Blick auf den Teide.

Pico del Teide