Um kurz vor Neun durchqueren wir den Eingang vom Zion NP und fahren in Richtung Tunnel. Am Ende des Tunnels parken wir das Auto und laufen den nicht allzu langen Trail zum Canyon Overlook Point. Hier oben hat man einen sehr schönen Blick auf den Canyon, wie der Name ja schon vermuten lässt. Es ist zwar noch relativ früh, aber man merkt die Hitze trotzdem schon wieder. Wir fahren weiter und treffen am Checkerboard Messa auf die erste Reisegruppe – chinesische Schüler die alle das gleiche, knallgelbe T-Shirt anhaben. Kurz ein Photo gemacht und schnell weg hier!

Canyon Overlook Trail

Am Ostausgang des Parks ändert sich die Landschaft und die karge Wüste wird durch weites, grünes Weideland ersetzt. Immer wieder sieht man auch kleinere Wäldchen. In Richtung Bryce fahren wir durch mehrere kleine Orte und kommen schließlich gegen halb Zwölf am Hotel an. Einchecken können wir auch schon. Das Hotel ist riesig, diverse Lodges verteilen sich über einen großen Bereich, ein bißchen erinnert es an eine Raststätte, ist aber trotzdem nicht schlecht. Weiter geht es in Richtung Parkeingang.

Bryce Canyon NP Eingangschild

Wir stoppen kurz noch am Visitor Center, brechen aber gleich wieder auf. Zuerst fahren wir ans Parkende zum Rainbow Point um dann dort umzudrehen und die Viewpoints nacheinander abzuklappern. Immer wieder fahren wir rechts ran und genießen den Ausblick. So richtig vom Hocker haut es uns aber nicht, da hat Zion mehr Eindruck hinterlassen. Je näher es Richtung Amphitheater geht, desto schöner wird es aber. Leider auch umso voller! Während wir im Zion fast nur Amerikaner getroffen haben, wimmelt es hier von Deutschen und anderen Nationen. Ganz populär scheint der Bryce Canyon bei Busgruppen zu sein. Es ist wirklich schrecklich! Besonders der Bryce und der Sunset Point sind total mit Pauschaltouristen überlaufen. Ich möchte nicht alles zitieren, aber: „Warum heischt desch etz Amphitheater?“ „ Isch glaub, weil desch so groß isch…“ „Und warum gilt desch jetzt nicht als Naturwunder? Isch doch auch schön!“ Warum man als Dreißigjähriger so eine Busrundreise macht, ist uns natürlich auch ein Rätsel.

Bryce Canyon NP

Wir starten den halben Navajo Loop, der Rest ist ja leider gesperrt, und auch hier treffen wir wieder auf einige große Gruppen. Passendes Schuhwerk braucht man ja nicht. Wasser mitnehmen, warum auch? Eine Gruppe wackelt dann auch mehr den Canyon runter und ist nach den Klamotten zu urteilen auch schon mal schön auf den Hintern gefallen…

Bryce Canyon NP Mule Trekking

Zwischendurch haben wir noch eine nette Konversation mit einem Park Ranger. Da fahren wir die ganze Reise kein einziges Mal zu schnell und halten an jedem Stoppschild und wenn wir es einmal nicht machen, zieht uns gleich der Arm des Gesetzes raus. Mit der Hand am Revolver schreitet der Ranger zur Fahrerseite und möchte die Papiere, etc. sehen mit dem Hinweis, dass wir ein Stoppschild überfahren hätten (im Umkreis von 500m war kein Auto…). Er checkt alles in seinem Auto und belässt es dann bei einer Verwarnung. Damit hätten wir den Punkt Polizeikontrolle mit Verkehrsvergehen hoffentlich abgehakt!
Später fahren wir noch einmal zum Sunset View Point zurück und genießen den Blick über den Canyon bei Vollmond und Sternenhimmel.

Bryce Canyon NP Sunset

Zurück im Hotel machen wir dann noch Bekanntschaft mit dem Röhrenfernseher. Ein kleiner Schlag gegen das Gehäuse bringt die Farbe ins Bild zurück! Daran ist man ja schon lange nicht mehr gewöhnt!