Um 6.30 Uhr klingelt der Wecker. Angels Landing ruft! Mit dem kostenlosen Shuttlebus fahren wir von der Majestic View Lodge, die einige hundert Meter vor Springdale liegt, zum Eingang des Zion Nationalparks. Dort steigen wir in den Bus um, der seine Runde im Park dreht. The Grotto ist unser Ziel. Mit uns steigen etwa 20 Leute aus, aber anscheinend sind wir die Einzigen, die dem Band im Bus zugehört haben, den die anderen laufen wie die Schafe erst mal alle in die falsche Richtung. So müssen wir nicht in der Masse laufen. Wir starten um 8.35 Uhr Mountain Time. Der Aufstieg beginnt unspektakulär. Langsam windet sich der Weg den Berg hinauf. Nach einem etwas steileren Anstieg gelangen wir in den Refrigerator Canyon, in dem es auch wirklich eine angenehme Temperatur hat. Noch ein Stück um den Berg herum und auf der anderen Seite angekommen winden sich Walter’s Wiggles vor uns steil den Berg hinauf.

Walters Wiggles

Wir kommen aber schnell voran und überholen einige, die schon schlapp machen. Oben angekommen sehen wir schon die letzte halbe Meile hinauf auf Angels Landing, die es aber in sich hat! Wir sammeln kurz unsere Kräfte, bevor wir den Aufstieg wagen.

Kathrin & Simon Angels Landing

Es ist jetzt 9.35 Uhr. Das erste Stück ist gleich eine glatt abfallende Felswand und man muss sich erst seinen Halt suchen. Die Stahlketten helfen zwar, aber wir beginnen kurz zu Zweifeln. Aber wir wollen auf den Gipfel! Weiter geht es vorbei an tiefen Abhängen, über hohe Steinstufen und über schmale Felsrücken; immer das Stahlseil im Auge bzw. fest in der Hand. Teilweise muss man sich richtig am Seil hochziehen, da man kaum guten Halt für die Füße findet. Das ist anstrengender als Gedacht. Um 10.15 Uhr ist es dann geschafft: Wir stehen auf dem Gipfel!

Zion Canyon

Das ging viel schneller als erwartet! Wir genießen den spektakulären Ausblick, stärken uns mit Wasser und Müsliriegeln und schießen viele Fotos. Leider gibt es kein Schild, das besagt, dass man es bis zum Gipfel geschafft hat. Nur eine ganze Menge Chipmunks, die um die Gipfelstürmer herumspringen und auf Essen hoffen. Von hier oben sehen wir auch, dass sich immer mehr Wanderer auf den Weg über die Felsen machen. Wir brechen also zum Abstieg auf. Davor hatten wir beim Aufstieg etwas Bammel, da man ja mit Blick in den Abgrund über schwer überwindbare Vorsprünge muss!

Angels Landing Abstieg

Aber es geht leichter als befürchtet. Wir beginnen den Abstieg mit einer Gruppe anderer Wanderer, mit denen wir bis zum Ende absteigen. Leider werden wir öfter zu Pausen gezwungen, da nicht an allen Stellen das Passieren von entgegenkommenden Wanderern möglich ist. Dafür können wir länger die tolle Aussicht genießen! Kurz vor Ende des Abstieges über den Felskamm sitzt dann plötzlich, nur wenige Meter entfernt von uns, ein riesiger Condor auf einer Felskante! Sowas sieht man auch nicht alle Tage!

Zion NP Condor

Nach der Felskletterei ist der restliche Abstieg schnell geschafft. Um 12.10 Uhr sind wir wieder im Tal und gönnen uns erst mal eine gesunde Mahlzeit: Burger und Sandwiches, aber was anderes gibt es natürlich nicht.
Ausgeruht brechen wir in Richtung Emerald Pools auf.

Zion National Park River

Der Wegweiser kennt zwei Routen, wir nehmen die längere und nicht so volle Strecke. Natürlich ist es auch die anstrengendere Variante. Irgendwann kommen wir dann am mittleren Pool an und Ruhen uns im Schatten aus. Es stellt sich heraus, dass es keine schlechte Idee war unsere Wasservorräte am Visitor Center aufzufüllen. Weiter geht es zum Lower Pool, den Obersten sparen wir uns weil wir schon ganz schön erschöpft sind. Zurück geht es dann durch Schatten und immer bergab. Im Anschluss fahren wir dann noch mit dem Shuttle durch den Park und schauen uns Angels Landing von unten an. Zurück im Hotel genießen wir den kühlen Pool und lassen den Tag ausklingen!